Kajze mi sie podzioł mój synocek miły? / Wohin ist er gegangen, mein geliebter Sohn?
Ein interkultureller Dialog zum Thema Totenwache und Klagelieder.
WS Nr. 13 (buchbar nach vorheriger Kongressanmeldung – aufpreispflichtig)
Der Brauch der Totenwache, also bewusst und in einem rituellen Rahmen als Gemeinschaft Zeit mit einer verstorbenen Person zu verbringen, ist aus unserer Kultur bereits vor längerer Zeit weitestgehend verschwunden. In unserem Nachbarland Polen hingegen haben viele Menschen noch lebendige Erinnerungen an Zugehörige, die nach dem Tod für bis zu 3 Tage zu Hause aufgebahrt wurden. Engagierte Bürger*innen in Polen bemühen sich, diese Tradition und die mit ihr verbundenen Trauergesänge aufrecht zu erhalten und zu neuem Leben zu erwecken. Marta Tarnowska und Katarzyna Jackowska-Enemuo laden ein zu einem Workshop zum Thema Abschiedskultur, in dem wir uns insbesondere der Tradition der Klagelieder zuwenden.

Referent:in
Katarzyna Jackowska-EnemuoKulturanthropologin / Musikerin / Geschichtenerzählerin / Pädagogin / Autorin / Ritualgestalterin / begleitet Menschen in Verlustsituationen.
Seit 25 Jahren beschäftigt sie sich praktisch mit Alter und Traditioneller Musik – in Form von Konzerten und Workshops. Sie komponiert eigene Musik und Lieder (W Międzyczasie, Nieuchronne, Muzyka Ratunkowa) sowie Musik für Theateraufführungen.
Kataryzna gestaltet Theater- und Geschichtenabende, sowie Hörspiele mit musikalischen Erzählungen und Märchen. Sie ist Autorin von Märchenbüchern für Kinder und Erwachsene: “Tkaczka Chmur”, “Między Światem a Zaświatem” und “Między Ziemią a Niebem”.
Mitglied des Kollektivs „Institut des Guten Todes“. Mitbegründer der Trauer- und Allerseelenband Afterparty. Im Rahmen des Projekts Przemiany (Wandlungen) entwickelt und leitet sie persönliche und soziale Übergangsriten im Zusammenhang mit bedeutsamen Momenten im Leben.
Referent:in
Marta TarnowskaSoziologin / Trauersängerin / Ritualgestalterin / Pädagogin
Schülerin kurpischer Sänger und Trauersänger, darunter: Bronisława Świder, Antonina Deptuła, Marianna Kuta und Czesław Bacławski. Seit 2010 reist sie durch die Dörfer Masowiens und Podlachiens, spricht mit den ältesten Dorfbewohnern und lernt von ihnen das Singen. Sie sucht nach Möglichkeiten, Elemente ländlicher Bestattungs- und Allerseelenrituale in städtischen Umgebungen neu zu interpretieren.
Im Rahmen der Initiative „Przemiany“ (Wandlungen) konzipiert und führt sie weltliche Übergangsriten durch, darunter Beerdigungen, und begleitet Menschen in wichtigen Momenten des Wandels (Geburt, Jugend, Wechsel des Lebenswegs, Elternschaft, Heirat, Scheidung, Tod und andere).
Marta singt bei Totenwachen und Beerdigungen traditionelle Dorflieder. Mitbegründerin von Ziemski Lament, einer Gesangspraxis mit Trauerliedern aus ländlichen Traditionen, die Trauer um die Klimakatastrophe ausdrückt. Sie adaptiert ländliche Trauerlieder und verändert ihre Texte, sodass sie zu Liedern der Rebellion und des Widerstands werden können.
Mitglied des Kollektivs „Institut des Guten Todes“.

Ticket erwerben
Intensives Arbeiten in geschütztem Raum.
